Erfahrungsbericht: Mitfahrgelegenheit.

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Heute gibt es mal einen Erfahrungsbericht. Oliver und ich wollen nach Bayern um unser neues Auto abzuholen. Die günstiste Möglichkeit nach Bayern zu kommen, ist wohl zweifelsohne eine Mitfahrgelegenheit. Bahn, Zug und Flugzeug sind um ein vielfaches teurer. Natürlich hat eine Mitfahrgelegenheit auch gewisse Nachteile auf die man sich wissentlich einlässt. Wohnt man zum Beispiel auf einem kleinen Dorf muss man, wie in unserem Fall, erst in die nächst größere Stadt um überhaupt die Chance zu bekommen einen Fahrer zu finden. Um nach Nürnberg zu kommen, müssen wir zum Beispiel nach Bielefeld zum Hauptbahnhof. Für Studenten der Uni Bielefeld kein Problem, nur etwas umständlich. Das zweite Problem auf dass wir uns einrichten mussten, ist die Abfahrtszeit und der Zielort. Um nach Nürnberg zu fahren ist ein Start um 16:30 Uhr relativ spät. Der Zielort Nürnberg ist auch nicht freiwillig gewählt. Es fand sich leider keine Mitfahrgelegenheit die direkt bis nach Amberg fährt. Ab Nürnberg “Plärrer” lassen wir uns von unserem Vater abholen, denn eine Anschluss-Mitfahrgelegenheit war auch nicht zu bekommen. Aber gut, wir werden sehen wie es läuft!

16:00 Uhr: Dank großzügiger Zeitplanung stehen wir eine halbe Stunde vor Abfahrt am Treffpunkt bereit. Reiseproviant und Bargeld sind bereits besorgt. Nun warten wir auf einen - hoffentlich technisch einwandfreien Golf V mit nürnberger Kennzeichen. Die Vorfreude auf die Fahrt mischt sich mit Neugier und leichter Anspannung. Schließlich kennt man den Fahrer ja nicht und man hofft, dass es ein ordentlicher Fahrer ist. Die letzten 15 Minuten Wartezeit vertreiben wir uns mit Ausschau halten.

16:25 Uhr: Horst ist pünktlich. Er verabschiedet noch schnell seine Freundin und dann soll es losgehen. Die Ankunft in Nürnberg soll gegen 20 Uhr sein. Eine Dame hat abgesagt, sodass wir nur zu dritt fahren. Der Horst und wir. Ich freu mich auf eine entspannte Fahrt. Die Weichen dafür sind gestellt.

17:23 Uhr (ca. 102 Km): Wir haben gerade die Talbrücke Breuna überquert. Die Fahrt ist bisher äußert angenehm. Geprächsthemen wie Fußball und ähnliches sind bereits vorsichtig angesprochen worden und warten nur darauf weiter vertieft zu werden. Das Wetter ist sehr durchwachsen. Teilweise ist es regnerisch bei 21 Grad Außentemperatur und zeitweise sonnig bei 25 Grad. Der Golf V ist jedoch super ausgestattet und die Klimaanlage arbeitet zuverlässig. Gerade wurde der Radiosender von WDR2 auf HR3 gewechselt. Für das Hättenbacher Dreieck sind grad fünf Kilometer Stau angesagt worden. Dort so zwei Fahrstreifen gesperrt. In ungefähr 40 Minuten wissen wir mehr, denn dann sollten wir ungefähr dort angelangt sein. Horst und wir hoffen, dass bis dahin alle Fahrstreifen wieder frei sind und der Stau sich aufgelöst hat. Im Radio läuft Razorlight und die Fahrt geht weiter. Wir sind jetzt ungefähr 1h10 min unterwegs.

17:45 Uhr (ca. 168 Km): Auf der Gegenrichtung ist schon seit knapp 25 Kilometer Stau und stockender Verkehr. Wir sind echt froh das wir nach Bayern rein fahren und nicht dem Ferienstau aus Bayern heraus folgen müssen! Wir kommen bis jetzt sehr gut durch. Ich hoffe das bleibt auch so!

18:00 Uhr (ca. 180 Km): Es ist soweit. Wir stehen das erste mal im Stau bzw. Schwimmen im stockenden Verkehr mit. Noch fließt der Verkehr langsam vor sich hin. Ich bin gespannt ob auch uns noch schlimmeres bevorsteht. In 500 Metern kommt die Ausfahrt Bad Hersfeld / Neuenstein, vielleicht wird es dann ja besser, sieht aber erstmal nicht so aus. Im Radio heißt es für unsern Streckenabschnitt fünf Kilometer Stau bzw. stockender Verkehr. Wir sind weiterhin gespannt.

18:20 Uhr (ca. 200 Km): Die ersten 200 Kilometer haben wir gut hinter vor gebracht. Gleich kommt die Ausfahrt Niederaula. Das Wetter hält auch ganz gut durch. Wir haben vorhin viele Autos mit großen Buchstaben-Aufklebern “W O A” gesehen. Nach kurzer Überlegung und einigen kurzen Blicken in die Autos war uns klar, dass muss “Wacken Open Air” bedeuten. Wir fahren gerade an dem Hinweisschild für “Point Alpha” vorbei. Ich wollte schon immer wissen, was das war. Ich glaube eine alte Grenzstation. Aber für wen und wann weiß ich auch nicht. Ich werde mich mal schlau machen. Wir sind grad auf der A7 auf Höhe Kilometer 553,5. Wir dürften also ca. 15 Kilometer vor Fulda sein. Und da kündigt schon ein braunes Kultur Hinweisschild auf die Barockstadt Fulda hin. Der Verkehrsfunk meldet nichts mehr negativer. Wir scheinen durch alle Problemstellen durch zu sein. Jetzt läuft grad Rihanna mit “Helo” auf HR3 und alles ist prima.

18:45 Uhr (ca. 254 Km): Wir nutzen jetzt offiziell die Autobahnen des Freistaat Bayern. Wir haben grade die Landesgrenze überquert. Die Landschaft ist schön und wir fahren gerade über die Rhön. Die Tankstelle / Raststelle Rhön kommt in ca. fünf Kilometer. Der Tank ist voll, keiner hat irgendein Bedürfnis anzuhalten, deshalb werden wir wohl auch dort keinen Stopp machen. Die Fahrt ist immer noch sehr angenehm. In knapp 60 Minuten dürften wir in Nürnberg sein. So wie es jetzt aussieht sollte es absolut kein Problem sein den Zeitplan einzuhalten. Gerade sind 50% der Reiseproviants vernichtet worden. Eigentlich ist es ein Unding in Bayern Bretzel aus Bielefeld zu essen. Herr Ministerpräsident Seehofer wir es mir hoffentlich verzeihen. Mittlerweile fahren wir seit 2h 32m und wir dürfen zu unser Rechten das Fränkische Weingebiet bestaunen.

Die letzten 200 der ca. 450 Kilometer vergingen wie im Flug. Antenne Bayern und Bayern3 bespielten uns mit köstlicher Musik und die Umgebung wurde immer bayrischer. Wir sind kurz durch die Stadt Nürnberg gefahren. Die Architektur ist dort sehr nett. Am Plärrer gab es dann auch ein Mc Donald’s. Um zu testen wie hier die Cheesburger schmecken, mussten wir dort kurz einkehren. Kurz vorher haben wir uns von Horst verabschiedet und ihn für den Fahrdienst bezahlt.

Fazit: Ich finde die Erfindung der Mitfahrgelegenheit sehr gut. Es lief in unserem Fall alles sehr problemlos. Natürlich sind die vorher angesprochenen Nachteile nicht von der Hand zu weisen, jedoch haben auch die Deutsche Bahn, die Lufthansa und Europcar sowie Sixt mindestens einen Nachteil mehr: Den Preis! Zugegebener Maßen könnte die Bahn durch ihre Angebote wieder viel Boden gut machen, jedoch ist dies nicht möglich wenn man kurzfristig fahren möchte.

Wer also Geld sparen möchte sollte sich vorher gut über die Mitfahrgelegenheit informieren (Auto, Fahrstil, Fahrtzeit etc.) und mehrere Angebote vergleichen. Ich finde einen Tarif von 5 Euro pro 100 Kilometer pro Person ist ein fairer Preis. Da Horst zum Festpreis von 25 Euro fährt sind wir auch relativ günstig gefahren.

Oliver und ich sind sehr zufrieden und bieten wohl auf unseren nächsten Fahrten zwei Plätze zur Mitfahrt an.

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4 Kommentare zu “Erfahrungsbericht: Mitfahrgelegenheit.”

  1. *N* Schreibt:

    bei so einem positiven Résumé kannst du jawohl nicht mehr meckern, wenn ich mal wieder eine Mfg nutzen will! :-P

  2. Christian Kler Schreibt:

    Klar doch .. du bist ein Mädchen und allein unterwegs … das ist was anderes als mit seinem großen Bruder zu fahren!!

    :P

  3. *N* Schreibt:

    schon klar…
    ich bin eine erwachsene Frau und sichere mich da vorab auch so weit wie möglich ab. klar ein gewisses Risiko bleibt natürlich immer, aber bisher konnte ich mich da ziemlich gut auf meinen Menschenverstand verlassen!

  4. Christian Kler Schreibt:

    Es ist ja nicht immer jeder so lieb wie ich! Ich mach mir halt nur Sorgen! Ich hab dich halt gern ;P

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Eine gute Idee hält dich den ganzen Morgen wach, aber eine großartige Idee hält dich die ganze Nacht lang wach. — Marilyn vos Savant

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