Rezension: Philip Pullmans „Der Goldene Kompass“.
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Von elementaren Staubteilchen und betrogenen Eisbären
Rufus Beck liest Pullmans „Der Goldene Kompass“
Von Christian Kler
Die bereits 1996 in Buchform veröffentlichte „His Dark Materials“-Trilogie, dessen erster Teil „Der Goldene Kompass“ darstellt, hat Philip Pullman bis heute einen Platz unter den Top Ten der Fantasy-Autoren gesichert.
„Der Goldene Kompass“ ist eine außergewöhnlich facettenreiche und, Dank Beck, mitreißende Erzählung, ohne das einem nur die geringsten Parallelen zu anderen bekannten Fantasy-Abenteuern wie die „Herr der Ringe“-Trilogie, „Eragon“ oder „Die Chroniken von Narnia“ in den Sinn kommen. Somit erschafft der Autor eine vollkommen neue Fantasywelt – ohne auf längst abgegriffene Motive zurückzugreifen. Im Gegenteil: Die Story ist gespickt mit vielen, wunderbar neuen, Ideen.
Die kleine Heldin der Erzählung ist Lyra Belacqua. Sie wächst wohl behütet im Kreise der Wissenschaftler des renommierte Jordan College in Oxford auf. Die Welt, in der sie lebt, ist eine Parallelwelt unserer, in der jeder Mensch gleich bei der Geburt einen Dämon in Tiergestalt erhält. Dieser teilt fortan das Schicksal des mit ihm eng verbunden Menschen. Dämonen sind wie das zweite Ich – die Seele - der Menschen. Lyras zweites Ich hört auf den Namen Pantalaimon.
Eines Tages belauscht die äußerst wissbegierige Lyra ein geheimes Treffen im Ruhezimmer des Jordan College. Die Teilnehmer sind unter anderem der Direktor des College, weitere wichtige Wissenschaftler und ihr vermeintlicher Onkel Asriel, dem sie vor Beginn des Treffens nur noch in letzter Minute das Leben retten konnte. Bei diesem Treffen ist die Rede von einem geheimnisvollen Staub, der die Erwachsenen in Lyras Welt in große Angst versetzt. Lord Asriel behauptet durch diesen Staub die Existenz vieler Paralleluniversen belegen zu können. Das macht ihn bei der Kirche denkbar unbeliebt, die diese Theorie als Ketzerei verurteilt. Lord Asriel verabschiedet sich von Lyra, indem er ihr erklärt, dass er zu den Welten hinter dem Nordlicht, der Aurora, reisen müsse, um seine Theorie endgültig beweisen zu können.
Zur gleichen Zeit machen die sogenannten Goppler in ganz England Jagd auf kleine Kinder um sie zu entführen. Lyras schicksalhafte Geschichte beginnt jetzt erst richtig: Ihr bester Freund Roger wird entführt und sie beschließt ihn unter allen Umständen zu retten. Nicht ganz zufällig trifft sie noch im College die wunderschöne junge Wissenschaftlerin Mrs. Coulter, deren Assistentin sie werden soll – auf einer lehrreichen Reise zum Nordpol. Lyra ist fasziniert von der Idee und packt gleich ihre Koffer um Mrs. Coulter zu begleiten. Noch am Morgen vor der Abreise lässt der Direktor des College das kleine Mädchen zu sich ins Büro rufen, um ihr einen geheimnisvollen, goldenen Gegenstand zu überreichen. Mit der Flucht aus der Obhut Mrs. Coulters beginnt ihre harte Reise Richtung Norden, wo Panzereisbären, die sogenannten Panserbjørne, eine uneinnehmbare Festung bewachen und wo hinter der Aurora eine fremde Welt beginnt. Von diesem Zeitpunkt an erlebt Lyra die gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens, in denen sie noch so manchen mächtigen Verbündeten gewinnen soll.
Rufus Beck liest die Geschichte der kleinen Lyra, so perfekt, dass einem 848 Minuten Hörbuchgenuss zu kurz erscheinen. Der aus zahlreichen anderen Vertonungen bekannte Beck ist ein wahrer Stimmvirtuose. Er ist in der Lage seine Stimme auf jede Figur und Stimmung der Erzählung einzustellen, und verleiht nicht nur Lyra oder Pantalaimon eine charakteristische Stimme mit hohen Wiedererkennungswert. Der Hörer muss so nicht lange überlegen, wer gerade das Wort hatte, abgesehen von wenigen Patzern, unteranderem verpasst Beck etwa viermal seine Stimme von Lyra auf Pantalaimon - und umgekehrt - umzustellen.
Nicht nur Fantasy-Fans sollten sich dieses Hörbuch nicht entgehen lassen. Eine perfekt balancierte Geschichte, gelesen von einem der besten Sprecher Deutschlands, die die Lust auf den bald in Hörbuchform erscheinenden zweiten Teil der „His Dark Materials“-Trilogie „Das Magische Messer“ weckt.
Philip Pullman: Der Goldene Kompass. Audiobook, 11 CDs. Gesamtlaufzeit ca. 848 Minuten, gelesen von Rufus Beck. Hörbuch Hamburg (Oktober 2007), 39.95 Euro.













11. Januar 2010 um 07:46 Uhr.
“Der goldenen Kompass” ist für mich ein ganz großes “Kino”. Schon alleine die Idee der Handlung des Films ist mal etwas ganz anderes und neues. War echt hin und weg von diesem Film. Mein Kinobesuch liegt auch schon lange zurück, aber diesen Film hab ich wirklich in äußerst guter Erinnerung.
Es war ja eigentlich geplant, eine Fortsetzung zu drehen, da das Ende des Films ja total aprupt war und man schon meint, es komme noch was danach. Aber irgendwie find ich auch im Internet keine Informationen zwecks eines 2. Films. Weiß jemand was darüber?